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Letzter Tag in Ipswich

Social NetworkAm Freitag war für mich der letzte Tag auf der Arbeit und morgen verlasse ich dann auch Ipswich, um eine Woche Urlaub in Schottland zu machen. Die Sachen sind gepackt, sodass ich jetzt noch etwas Zeit für meinen letzten Blogeintrag aus England habe. Ich werde aber auch weiterhin hier über meine Studienarbeit und alles Weitere berichten, was so anliegt (Photos aus Schottland gibt’s dann auch hier :-) ).

Mein Praktikum bei BT ist im Rückblick sehr erfolgreich verlaufen. Das Programm zur Analyse von sozialen Netzwerken läuft, und nach meiner Präsentation wurde auch schon Interesse bekundet, es einzusetzen. Es freut natürlich immer ungemein, wenn die Arbeit, die man gemacht hat, letztendlich auch irgendwie praktisch genutzt werden kann.

Auch kann ich jedem, der die Chance hat, hier ein Praktikum zu absolvieren, nur raten es zu machen: Die Atmosphäre unter den Kollegen — viele davon auch Studenten oder kurz nach ihrem Abschluss — ist sehr nett: Regelmäßig wird an den Wochenenden etwas gemeinsam unternommen, man trifft sich auf ein Bierchen oder guckt einen Film. Die Arbeit ist wirklich interessant und jedenfalls ich konnte mir nach Gesprächen mit mehreren Betreuern ein Thema für meine Studienarbeit, welches ich bearbeiten möchte, aussuchen. Selbige konnte ich auch schon begleitend zum Praktikum anfangen zu schreiben und es gab auch immer tollen Feedback von Dymitr und Martin, denen ich dafür besonders danken möchte.

Wegen der Sprache braucht sich übrigens keiner Sorgen machen: Auch wenn der Dialekt hier anfangs etwas eigenartig ist, so hört man sich doch schnell rein. Und mit den zwei Wörtern “Cheers” und “Sorry” kommt man in England wunderbar in allen Lebenslagen durch den Alltag.

So, aber jetzt wird’s Zeit für meinen Urlaub und ich freue mich auch schon wieder, in einer Woche zurück in Deutschland zu sein und euch alle wieder zu sehen.

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England aus Sicht eines Deutschen

Jetzt sind schon 4 1/2 Monate vergangen — und mein Praktikum neigt sich dem Ende zu (nur noch 2 Wochen!). Ich schreib’ hier gerade fleißig an meiner Studienarbeit, von der ich zumindest die Hauptkapitel hier fertigbekommen möchte, bevor es für eine Woche nach Schottland (Urlaub! :-) ) und anschließend zurück nach Deutschland geht.

An die meisten Sachen habe ich mich hier wunderbar gewöhnt, wobei einige mir doch noch etwas komisch vorkommen. Der Suffolk-Akzent war am Anfang schon recht seltsam und hat vor allem am Telefon Probleme bereitet, aber nach einigen Wochen hatte ich mich da “reingehört”. Nicht so richtig gewöhnen konnte ich mich bisher an die englische Höflichkeit: Die scheint mir doch irgendwie recht oberflächlich. Wenn man bei jeder Sache, egal wie klein, egal wer Schuld hatte, “Sorry” sagt, geht irgendwie die Bedeutung verloren. Und freundlicher wird man dadurch auch nicht unbedingt. Manchmal ist es aber recht schön: Jeden Morgen vom Busfahrer begrüßt zu werden (auch wenn das nur zu seiner Arbeit gehört), ist doch ein etwas schönerer Start in den Tag.

BusDafür ist die Busfahrt sehr langwierig: Alle paar Meter ist eine Haltestelle. So muss man zwar nie weiter als 50 m gehen, aber der Bus hält laufend an, um ein oder zwei Leute einsteigen zu lassen. Einige Busfahrer lassen dann auch schon mal von einer Haltestelle zur nächsten die Tür offen, damit es nicht ganz so lange dauert. Deswegen ist wohl auch ein großes Warnschild an der Tür, während der Fahrt nicht auszusteigen. Ähnliche Schilder mit eigentlich offensichtlichen Hinweisen sind hier übrigens des öfteren zu finden. “Please queue here” kann man z.B. bei vielen Warteschlangen lesen.

Sehr verdutzt haben mich auch einige Straßenschilder. Was ist bitteschön ein “Humped Pelican Crossing”? Oder was macht ein Tukan im Straßenverkehr? “Zebras” sind ja auch auf Deutschlands Straßen anzutreffen, aber was hat ein Pegasus oder eine Papageientaucherkreuzung zu bedeuten? Letztendlich sind das alles nur Kunstwörter: Pelican steht für PEdestrian LIght CONtrolled crossing (bei dem ein o zum a geworden ist). Eine Toucan crossing ist eine Kreuzung für Fußgänger und Radfahrer. Na, wer hat eine Idee, warum die so heißt? Natürlich weil da beide rüber können! ;-) Also “two can”. Und das klingt eigentlich genau so wie Toucan — und daher der Name. Bei der Puffin (Papageientaucher) crossing ist die Anzeige auf der eigenen Straßenseite und nicht gegenüber (siehe 2. Bild unten). Und es gibt einen Sensor, der registriert, wenn man nach dem Drücken des Knopfes einfach die Straße überquert hat ohne auf Grün zu warten. Eigentlich sehr intelligent und auch recht sinnvoll hier, da eigentlich keiner hier auf Grün wartet, wenn grad kein Auto kommt. Auch nicht als Vorbild für Kinder. Puffin steht dabei für “Pedestrian User-Friendly INtelligent” crossing.

Humped Pelican Crossing Puffin Crossing Toucan Green Toucan Sign

Sehr gefallen haben mir in England die vielen Pubs. Dort geht man nicht nur hin um was zu trinken, sondern es gibt überall auch eine reichhaltige Auswahl an Burgern, Steaks und anderen traditionellen englischen Gerichten, sowohl zum Mittag als auch abends. Und das zu einem fairen Preis. Wenn möglich, sollte man das unbedingt der englischen “Doner”-Variante vorziehen. Die hat mit dem deutschen Döner nicht viel gemeinsam und schmeckt nicht mal annähernd so lecker. So hatte mein Döner kein Fladenbrot, sondern indisches Naan-Brot (wahrscheinlich durch den Einfluss der vielen Inder, die hier in England leben). Das eigentliche Döner-Fleisch hat ähnlich geschmeckt, aber dazu gab’s dann (viel) Krautsalat, eine Scheibe Tomate und zwei Scheiben Gurke, und wahlweise Barbeque, Joghurt oder Knoblauch-Soße. Da freue ich mich doch wieder auf den deutschen Döner. Und auch sonst freue ich mich schon ein bisschen, wieder zurück in die Heimat zu kommen.

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Mal wieder was Ernsthaftes…

“Auswirkung der Abwanderung von Kunden auf das Telefonieverhalten ihrer Nachbarn im Telekommunikationsnetzwerk.” So oder ähnlich lässt sich beschrieben, was ich hier die ganze Zeit so getrieben habe. Mit dem Ziel, den Wert eines Kunden zu bestimmen. Und ich bin froh, endlich zu einem Ergebnis gelangt zu sein! Das heißt allerdings nicht, dass ich komplett fertig mit meiner Arbeit hier bin, da noch einiges an Feinschliff und Aufbereitung des Ergebnisses notwendig ist. Aber ich bin jetzt so weit, dass ich mit dem gesammelten Material meine Studienarbeit schreiben kann.

Aber was kann man sich darunter eigentlich vorstellen? Allgemein geht es um die Analyse von sozialen Netzwerken. In meinem Fall ein Telekommunikationsnetzwerk — also wer hat mit wem telefoniert. Und dieses Netzwerk habe ich durch verschiedene Methoden auf verschiedene Eigenschaften untersucht. Zum Beispiel wie jemand mit seinen “Telefonnachbarn” agiert: Ruft er selber an, oder lässt er sich anrufen? Wenn Zweites der Fall ist, hat das einen interessanten Effekt: Die Telefonrechnung des Kunden ist zwar nicht hoch, aber wegen ihm geben andere Kunden mehr aus. Somit steigt der Wert des Kunden, da er andere Kunden zum Telefonieren stimuliert. Um das zu Untersuchen, habe ich ein Programm entwickelt, mit dem man diese Effekte aufspüren kann und nebenbei sich auch noch ein genaues Bild über das Netzwerk verschaffen kann, genauer kann ich hier darauf allerdings nicht eingehen.

Ich freue mich auch schon aufs Wochenende, da gibt’s wieder Besuch aus Deutschland. Und ‘nen paar Tage Urlaub kann ich momentan ganz gut gebrauchen ;-)

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Mit dem Fahrrad zur Arbeit

RennradMittlerweile ist das Wetter hier zwar nicht mehr so gut, aber die ganze letzte Woche hatte die Sonne geschienen. Und da mein bus pass sowieso abgelaufen war, habe ich mich entschlossen, eines unserer beiden “Hausfahrräder” zu benutzen. Die wurden von den Vormietern hier gelassen und dürfen jetzt von allen benutzt werden. Eins davon ist sogar ein recht schickes Rennrad (siehe Bild), mit dem es auch richtig Spaß macht zu fahren. Was man leider vom Fahrradweg nicht behaupten. Der ist zwar als “National Cycle Route 1″ groß ausgeschrieben, was letztendlich an den meisten Stellen aber lediglich bedeutet, dass man sich den (holprigen) Fußweg mit den Fußgängern teilen darf. Vor einigen Bushaltestellen stehen dann auch so tolle Schilder wie “Cyclists Dismount” — naja, dann bin ich halt auf der Straße weitergefahren. Wobei das auch nicht ganz ungefährlich ist, da einige Straßen doch etwas enger sind. Und man sich dann mit den Bussen rumschlagen darf. So ungefähr auf halber Strecke muss man dann auch noch einen Bogen schlagen (siehe Karte), da man nicht über den Golfplatz fahren darf.

Insgesamt haben mich die Radwege von England weniger überzeugt, so dass ich mir wieder einen neuen bus pass gekauft habe. Und damit bin ich sogar schneller da als mit dem Fahrrad — auch wenn der Bus kein atemberaubendes Tempo vorlegt.

Fuß-/Radweg Busse und Fahrradwege Radweg Schild National Cycle Route 1

Übrigens, es lohnt sich mal wieder ein Blick in mein Fotoalbum, ich habe noch ein paar neue Bilder von Ipswich geschossen.

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Fahrt zur Arbeit und englische Busse

Um euch einen besseren Eindruck zu vermitteln, habe ich meinen Weg zur Arbeit mal aufgezeichnet. Der Adastral Park liegt dabei ein ganzes Stückchen außerhalb, so dass ich immer eine gute halbe Stunde zur Arbeit fahre:

Die Strecke selber ist zwar keine 12 km lang, aber hier ist an jeder Straßenkreuzung eine Bushaltestelle. Und das macht die Fahrt so langwierig – laufend muss der Bus anhalten, damit ein paar Leute einsteigen können. Dadurch ist man selber zwar nie auf der Suche nach einer Haltestelle, da mindestens zwei immer in Sichtweite sind. Wenn man aber erst mal im Bus sitzt ist das dann doch relativ nervig. Einige Busfahrer lassen die Bustür auch schon mal von einer Haltestelle zur nächsten offen, damit das Ganze etwas schneller geht.

Von einer Sache könnten sich deutsche Busfahrer allerdings mal ‘ne Scheibe abschneiden: Der englischen Höflichkeit. Beim Einsteigen wird man mit einem “Good morning”, einem “Thank you” (beim Vorzeigen des Tickets) oder zumindest mit einem freundlichen Lächeln begrüßt. Beim Aussteigen bedankt sich der Fahrer auch nochmal bei jedem fürs Mitfahren (und der höfliche Engländer bedankt sich beim Busfahrer fürs sichere Fahren).

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Der Rückweg von der Arbeit dauert meistens etwas länger, weil ich da oft nicht die “SupeRoute 66B” (manchmal auch SuperRoute 66B geschrieben) erwische, sondern mit der normalen “SupeRoute 66″ fahre und die hält an noch mehr Haltestellen an und macht noch ein paar Extra-Schleifen. Der Zeitplan (siehe Bild) bringt einem da — auch wenn man ihn verstanden hat — nicht viel: Am Nachmittag haben die Busse meistens etwas Verspätung und es scheint so, als ob sie mehr oder weniger zufällig fahren. Allerdings fahren sie in so engen Abständen, dass ich bisher noch nie länger als 15 Minuten warten musste.

Das Warten geschieht übrigens ganz England-typisch in einer geordneten Reihe. Die ist normalerweise deutlich ordentlicher als auf dem Bild, was aber wohl daher kommt, da auf dem Adastral Park viele Ausländer arbeiten… Weil “Gedrängel” in England ein Fremdwort ist, geht das Einsteigen aber zügiger voran als in Deutschland. Und auch wenn jemand beim Bezahlen etwas länger braucht (z.B. ich, als ich noch kein Monatsticket hatte und mich an die Münzen noch gewöhnen musste), würde sich hier nie im Leben jemand aufregen.

p.s.: Ich wünsche euch ein “Happy Easter”! Ich werde die Feiertage für einen kurzen Trip nach London nutzen, darüber werde ich natürlich auch wieder hier berichten.

Update: Strecke der normalen SuperRoute 66 hinzugefügt.

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Die ersten Arbeitstage bei BT

Jetzt habe ich die ersten drei Arbeitstage hinter mir. Da mein Betreuer angefragt hatte, wann ich kommen möchte, und mit der Wohnung alles geklärt war, konnte ich zwei Tage vorher als eigentlich vereinbart anfangen. Mit dem Bus (der “SuperRoute 66″) ging’s zum Adastral Park, dem Gelände, wo unter anderem BT ihr Forschungszentrum hat. Da auf dem Gelände Fotos nicht erlaubt sind kann ich hier nur ein Bild von außerhalb veröffentlichen:

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Das ist der BT tower (vor strahlendem Sonnenschein — das englische Wetter macht zum Glück seinem Namen momentan keine Ehre), und direkt darunter, im Erdgeschoss, befindet sich mein Arbeitsplatz. Da ich meinen Account und Passwort voraussichtlich erst morgen bekommen werde, war ich erst mal damit beschäftigt, diverse Abschlussarbeiten, Papers und Articles durchzulesen um einen Überblick über die aktuell laufenden Projekte zu bekommen. Dann haben wir uns mit dem Projektleitern zusammengesetzt und die haben uns erklärt, was sie machen und was wir da machen könnten. Woran wir letztendlich arbeiten werden konnten wir entscheiden.

Allgemein geht es um die intelligente Datenanalyse, hauptsächlich von BT Kundendaten. Ich werde mir dabei speziell einen großen (sehr großen) Batzen von Daten “angucken”, mit dem Ziel, soziale Netzwerke darin automatisch zu erkennen und daraus Schlussfolgerungen für das zukünftige Verhalten ziehen zu können. Das eigentliche Thema ist aber noch nicht fest und alle sind sehr offen für eigene Anregungen und auch bereit, den Fokus zu verschieben, wenn man auf interessante Aspekte stößt.

Mit den Kollegen hier (von denen nicht wenige Deutsche sind) verstehe ich mich super. Viele davon sind auch Studenten und so gehen wir immer gemeinsam zum Mittagessen ins “Hub”, der Kantine auf dem Gelände. Das Angebot ist relativ groß, so dass man die Auswahl zwischen mehreren (traditionell) englischen, indischen, amerikanischen (Burger) und italienischen Essen hat. Es ist nicht gerade das günstigste, aber dafür war vor allem das indische Gericht was ich hatte sehr lecker.

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